27.03.2026
„Herr Buffo und der Notendieb“: Vorstellungen für Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Reihe „Mühlacker Concerto“ sind ausverkauft. (Mühlacker Tagblatt)
Mühlacker. Wer hat die Noten gestohlen? Diesen kniffligen Fall müssen Herr Buffo und eine Detektivin aktuell im Mühlacker Uhlandbau lösen. Unterstützt werden sie von einem Ensemble der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“. Vier Vorstellungen wurden für den Musikkrimi, der für Schülerinnen und Schüler gezeigt wird, angesetzt, und alle vier sind ausverkauft.
Die ersten beiden Ermittlungen fanden am Donnerstag statt. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Antonio Buffo (gespielt von Jörg Schade vom Pyrmonter „Theater Companie“), ein ebenso liebenswürdiger wie vielbeschäftigter „Musiktüftler“ und Komponist. In seiner bunten Dachkammer erfindet er Weckmelodien für Langschläfer im Stil der Morgenstimmung aus Peer Gynt oder repariert defekte Noten. Doch der anfängliche Frieden trügt: Ein wichtiges „Kuchenduett“, das Buffo eigens für den Bäcker Krapfmeyer geschrieben hat, ist spurlos verschwunden. Gemeinsam mit einer professionellen Detektivin (Judith Guntermann), die praktischerweise nur eine Etage tiefer wohnt, muss sich Buffo auf die Suche nach dem Täter machen.
Die Inszenierung unter der Leitung von Jörg Schade nutzt den Krimi-Rahmen geschickt, um die Kinder spielerisch an das Thema Musik heranzuführen. Das Quartett beispielsweise, bestehend aus Klarinette (Linda Gulyas), Violine (Kimberly Crawford), Violoncello (Dominik Manz) und Klavier (Sophia Weidemann), wird zum lebendigen Anschauungsobjekt. Die Kinder lernen nicht nur die Namen der Instrumente, sondern erfahren auch spannende Details. Dass ein Klavier genau 88 Tasten hat, wird gemeinsam mit dem Publikum durch Zählen und Raten ermittelt. Das Violoncello als tiefes Streichinstrument wird als ein Klassiker vorgestellt, den es bereits seit dem 16. Jahrhundert gibt. Die erste Geige, erklärt der Protagonist, habe nichts damit zu tun, dass die Instrumentalistin als Erste zur Probe gekommen sei, und die Klarinette mit dem charakteristischen Blatt am Mundstück bilde als Holzblasinstrument die klangliche Ergänzung zum Streichquartett.
Die Kinder im Saal werden in diesen musiktheoretischen Exkurs, der immer wieder von Ausschnitten aus bekannten Werken untermalt ist, förmlich hineingezogen, etwa beim „Holzschuhtanz“ von Albert Lortzing. Dabei werden junge Zuschauer aus dem Publikum auf die Bühne geholt, um das Ensemble mit Rhythmusinstrumenten wie Hupen und Triangeln zu unterstützen.
Aber auch komplexe musikalische Begriffe werden kindgerecht serviert. Anhand von Ludwig van Beethovens berühmter fünfter Symphonie, der sogenannten „Schicksalssymphonie“, erklärt Buffo den Begriff des „Motivs“. Das markante „Ta-ta-ta-taaa“, das man gemeinsam auf der Suche nach der fehlenden Note herausarbeitet, dient als Beispiel für den kleinsten musikalischen Einfall, der eine weltberühmte Komposition begründen kann.
Auf solch abwechslungsreiche und erfrischende Weise wappneten sich die Besucher im Laufe der Vorstellung für die eigentliche Spurensuche: Wer hat denn nun das Kuchenduett geklaut? Die Kinder, die die Veranstaltung am Donnerstag besucht haben, wissen es bereits, alle anderen werden es bei den weiteren Aufführungen an diesem Freitag erfahren. Begleitet werden sie von dem Quartett der „sueddeutschen kammersinfonie bietigheim“, das selbst aktiver Teil des kniffligen Spiels geworden ist und am Ende die Erkenntnis hinterlässt: Musikvermittlung muss kein trockenes Unterrichtsfach sein. Sie kann auch auf unterhaltsame Weise erlebbar gemacht werden.
(Mühlacker Taglbatt vom 27.03.2026, Text und Foto: Stefan Friedrich)